Sonntag in Achim

Verkaufsoffener Sonntag in Achim am 02. September 2018

Es heißt „Gegensätze ziehen sich an“, und genau deshalb laden uns die Veranstalter in Achim mit unseren Oldtimern immer wieder zu ihrem verkaufsoffenen Sonntag im September ein. Und damit auch tatsächlich Gegensätze vorhanden sind, stellen die Achimer Autohändler die Obernstraße voll mit aktuellen Automobilen. Das Problem ist natürlich, dass sich neue Autos im Augenblick schlecht verkaufen lassen, weil die Umstellung von NEFZ auf das neue Abgasmeßverfahren WLTP in vollem Gang ist, und nicht alle Typen geprüft sind. Natürlich ist es toll, zu sehen, was im Augenblick am Automarkt angeboten wird. So steht ein AMG G 65 V12 Biturbo mit 630 PS für sage und schreibe € 235.000,00 zum Verkauf. Nun gut, er steht da, aber er wird nicht verkauft. Ferry Porsche hat mal gesagt: Das letzte Auto das mal verkauft wird, wird ein Sportwagen. Und um diese Aussage zu unterstreichen bringt Porsche einen 911er GT 3 mit 500 PS und einem Neuwert von 167.000,00 € an den Start. Das sind Preise, die sich nicht jedermann leisten, aber auch unter unseren Oldtimern gibt es Autos, die diese Preise toppen können. So z.B. der 1938er BMW 328 von unserem Clubfreund Klaus. Und er läßt es sich nicht nehmen mit diesem Auto am Marktplatz zu erscheinen. Nicht nur diese Vorkriegs-Traumwagen werden von den Besuchern und Zuschauern umringt. Heute haben sich nämlich die „Alt-Opelaner“ auf den Weg gemacht, um ihre Schönheiten zu präsentieren. Manta, Ascona, Kadett, aber vor allem ein Commodore GS/E zeigen deutsches Design aus den 60er und 70er Jahren. Eigentlich ist Opel ja kein reindeutsches Design sondern nur die Mini-“mierung“ der amerikanischen Stylisten mit den Riesenheckflossen und den mächtigen „Dagmars“. Und deshalb hat unser Vereinsfreund Horst auch seinen Oldsmobile in die Boxengasse gestellt. Gleich daneben steht die berühmte Gangsterlimousine von Citroen.

Besonders stolz sind wir auf den amerikanischen Schulbus unseres Vereinsfreundes Rudy. Dieser Bus wurde vor einigen Monaten in Bremen „abgefackelt“ und in mühevoller Arbeit soweit gebracht, dass er heute in Achim wieder vorgestellt werden kann. Rudy, dafür recht herzlichen Dank, dein „International“ ist ein absoluter Hingucker auf jedem Oldtimertreffen.

Bei tollen Autos lehne ich mich niemals aus dem Fenster, um meine Meinung kundzutun, aber hier tue ich es mal: Unsere Oldtimer sind nicht unbedingt „ungiftig“, aber ein V12 Biturbo mag alle Entgiftungstechniken der Welt mit sich rumtragen. Wenn sie nach 120 Sekunden abschalten, was nutzen sie dann der Umwelt. Unsere Oldies sind giftig wie „Hulle“, aber sie laufen auch nur 2 bis 3 Tkm pro Jahr. Und weil sie ein H-Kennzeichen tragen, werden wir am Verkaufsoffenen Sonntags in Achim auch gern gesehen. Für den Kaffee sorgen die Achimer Geschäftsleute. Welche Autos nun besser sind: Die Oldies aus den 60er und 70er Jahren, oder die modernen Superautos. Das soll jeder für sich selber entscheiden. Aber eins ist sicher: Die Saurier sind nicht ausgestorben, weil sie zu alt waren, sondern weil sie zu groß wurden und die Ressourcen verbraucht haben. Motoren mit 1 bis 2 Liter Hubraum gehören da nicht zu. Natürlich haben die Oldi-Club-Freunde nicht nur mit ihren Oldtimern gepunktet.

Ganz zum Schluß möchte ich noch einmal auf den Eingangssatz mit den Gegensätzen zurück kommen: Heute wurde keiner der Oldtimer verkauft, aber ebenso auch kein Neuwagen, nur mit dem Unterschied, das WIR unsere Oldies auch nicht verkaufen wollten. Wenn ich heute nichts zum Wetter schreibe, könnt ihr davon ausgehen, dass es wieder SUPER war.

Für alle von euch gilt jetzt der 9. September 2018: Ihr solltet alle zu Weyhe-Total erscheinen.

 

Text: Norbert Schulz   ·   Bilder: Hans-Hermann Westermann u. Norbert Schulz
Onlinestellung: Horst Schumacher